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Die dressierten Streichhölzer

Die Vorführung dressierter Tiere vom Löwen bis herab zum Floh ist etwas Alltägliches geworden. Der Reiz etwas Besonderen dürfte auf der Vorführung einer Dressurnummer liegen, in der scheinbar leblose Gegenstände Leben bekommen und sich dem Willen des Menschen in ihren Bewegungen fügen.

Acht Streichhölzer, deren der Künstler für die Vorführung bedarf, schwimmen auf einem mit Wasser gefüllten Teller. Zunächst werden sie strahlenförmig um einen freien Raum von der Größe eines Zweimarkstücks inmitten der Wasserfläche gruppiert. Der Künstler taucht seinen Zauberstab an dieser Stelle ins Wasser un sagt "Kommt!" Die Hölzer kommen herangeschwommen. Er zieht den Zauberstab aus dem Wasser und taucht ihn aufs neue mit dem Worte "Flieht!" ein, und die Hölzer fliehen.

 

Erklärung:
Der Künstler hat sich den Zauberstab aus einem gerollten Papierstab gefertigt. In das eine Ende steckte er ein Stück Zucker, in das andere Ende ein Stück Seife. Der Zucker saugt das Wasser an, sobald er mit ihm in Berührung kommt. Die Seife stößt im Wasser eine Fettschicht ab, die sich auf dem Wasserspiegel schnell ausbreitet.

Im ersteren Fall werden die Streichhölzer angezogen, im anderen abgestoßen. Das Umdrehen des Zauberstabes für die verschiedenen Wirkungen werden die Zuschauer kaum bemerken, ihm auch keine Bedeutung beimessen. Das ist das ganze Geheimnis der "Dressur"!

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